Jour Fixe Rosé 14 – Weingut C.A. Immich-Batterieberg

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Dieser smarte Winzersekt aus von Hand selektierten Spätburgunder-Trauben verführt mit seinem Duft nach roten Beeren und dezent pflanzliche Noten, schmeichelt dem Gaumen mit feiner Perlage und hat ein lang anhaltendes Finale.

Der naturherbe Brut ein echter Charakter von einem Rosé-Sekt. Hergestellt in traditioneller Flaschengärung.

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Beschreibung

Steilhang, Schiefer, Riesling

Das Weingut Immich-Batterieberg in Enkirch an der Mosel

Ein Gefühl der Dankbarkeit ergreift denjenigen, der mit wachen Augen durch das Steinlabyrinth der Enkircher Schiefersteillagen klettert. Einige Kilometer Trockenmauern mit Millionen kleiner und grosser Schiefer- und Quarzitbruchsteinen, die über Generationen von Hand und ohne Transporthilfen angelegt, die Bereiche der natürlichen Felsnasen miteinander verbinden, den Berg strukturieren, ausrichten, bewirtschaftbar machen. Eine einzigartige Kulisse einer Kulturleistung, die sich, perfekt verwoben mit den natürlichen Bedingungen, einer Wiederholbarkeit im grossen Wurf entzieht, sich nur der dauerhaften Pflege und Gestaltung seiner Bewirtschafter – recht widerständig – unterwirft.

Das Weingut Immich-Batterieberg in Enkirch gehört zu den ältesten Weingütern der Mosel. Erstmals erwähnt wird der noch heute erhaltene, mittlere Teil der Weingutsanlage im Jahre 908 n. Chr. in einer Urkunde des letzten ostfränkischen Karolingerkönigs Ludwig IV., in der eine Übergabe des Gutes an die Kirche bestätigt wurde. Die Basis des Gebäudes stammt nach archäologischer Einschätzung wohl aus der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts. Besonders sehenswert ist auch die tragende Basaltsäule im Tiefkeller, die wohl aus einem nahe liegenden römischen Gutshof „recycelt“ wurde. Im 12. Jahrhundert wurde das Gut als Lehen an die Fürsten von Esch vergeben, um- und ausgebaut und kam so zum heutigen Namen Escheburg . Der rechte Flügel der Anlage, das Franzhaus, wurde erst im 16. Jahrhundert, das Herrenhaus, welches heute den linken Flügel des Weingutes bildet, Anfang des 20. Jahrhunderts im reich verzierten moselfränkischen Stil angebaut. Besonders prägend für die Geschichte und die Entwicklung des Weingutes war die Familie Immich, die mit einer Weinbaugeschichte von 1425 bis 1989 zu den ältesten Winzerfamillien der Mosel gehört. Ihr verdanken wir auch unsere bekannteste Lage, den Batterieberg, der zwischen 1841 und 1845 mit unzähligen Sprengbatterien (daher auch der etwas ungewöhnliche Weinbergsname) zu einer der Spitzenlagen der Mosel geformt wurde und heute zusammen mit den historisch älteren Top-Lagen Steffensberg, Ellergrub und Zeppwingert das Herz des Weingutes bildet – alles Schiefersteilstlagen, die mit der „preussischen Lagenklassifizierung von 1868“ (auf Grundlage von Napoleons „Classification des Vines“) jeweils parzellenweise in die höchste Klasse eingruppiert wurden.

 

About C.A. Immich-Batterieberg

Keuchend stehen wir hoch oben im Weinberg „Zoll- turm“, einer Steillage über der Mosel, die still und unbeeindruckt unter uns dahingleitet. Das Herz schlägt bis zum Hals, die Lunge droht zu platzen,

die Fußsohlen brennen, es zieht in den Waden. Der Aufstieg war mühsam, und der Respekt vor den Erntearbeitern rund um uns, die den Anstieg zig-mal pro Tag im Eiltempo bewältigen, wächst ins Unermessliche.

Von unten dringt ein rasenmäherartiges, knatterndes Moto- rengeräusch herauf. Die metallene Zahnstange, die sich wie eine Schlange aus Stahl durch den Weinberg windet, beginnt zu vibrieren. Plötzlich tauchen zwischen den Rebstöcken Kopf und Schultern eines Mannes auf, der Rest seines Körpers bleibt vorerst hinter den Blättern und Trauben verborgen.

Der Mann scheint förmlich über dem Boden zu schweben. Erst als er im Schritttempo um die letzte Kurve der Metallschiene tuckert und ins Sichtfeld rückt, löst sich das Rätsel um das wun- dersame Gefährt, mit dem er im steilen Gelände aufrecht stehend

unterwegs ist: eine Monorack-Einschienenzahnradbahn, die im Sinne der Unfallvermeidung zum Glück nicht halb so schnell wie laut ist.
„Das Ding ist in unseren extrem steilen Weinbergen ein wichtiges und unentbehrliches Transportmittel“, sagt Gernot Kollmann, Betriebsleiter des Weinguts Immich-Batterieberg in Enkirch an der Mosel, nachdem er den Motor abgestellt hat.

Bis zu 80 Jahre alte, wurzelechte Reben

Der „Zollturm“, benannt nach dem gleichnamigen historischen Gemäuer im oberen Teil des Hanges, ist ein für Immich- Batterieberg typischer Weinberg: nach Süden ausgerichtet, also perfekt zur Sonne hin exponiert, schwindelerregend steil, bis über 45° geneigt – mehr als der Anlauf einer Schisprungschanze! Und je steiler, desto weniger Lehm, desto mehr Schiefer ist im Boden und desto mineralischer und finessenreicher der Wein. Der Berg fällt abrupt zur Mosel hin ab, ist eher ein Kletter- als ein Weingarten, in dem die Füße kaum Halt finden.

Auf kargen, quarzitreichen, extrem mineralischen Grau- und

Blauschieferböden wachsen 60 bis über 80 Jahre alte, zum Großteil wurzelechte, also niemals veredelte Rebstöcke. Sie werden in regionaltypischer Einzelpfahlerziehung kultiviert und liefern sehr geringe Erträge, aber phantastische, tiefgründige Weine, die zu den interessantesten an der Mosel zählen.

Die Freude des Weintrinkers, die Tränen des Controllers

„In solchen Lagen ist ausschließlich aufwendige Handarbeit möglich“, so Kollmann. Was hier betrieben wird, ist Weinbau hart an der Grenze der körperlichen und arbeitstechnischen Machbarkeit, aber auch an der Grenze der Wirtschaftlichkeit. „Wir investieren in unseren Steillagen etwa 1.700 Arbeitsstun- den pro Hektar und Jahr in die ökologische Bewirtschaftung der Weinberge.“ Zum Vergleich: In flachen Rebanlagen kommt man mit 450 Stunden durch, bei voller Mechanisierung der Arbeit sogar mit 150 Stunden.

Was den Weintrinker begeistert, jedem Controller aber Tränen in die Augen treibt, wenn er Aufwand und Ertrag vergleicht, ist tägliche Praxis auf dem Weingut Immich-Batterieberg und

verdeutlicht, warum ökologisch produzierte Weine aus Mosel- Steillagen nicht billig sein können. Gemessen am Aufwand, der für ihre Produktion erforderlich ist, sind Immichs Weine sogar viel mehr als ihr Geld wert.

Kellergewölbe aus dem 9. Jahrhundert

Immich-Batterieberg ist eines der ältesten Weingüter in der Mosel-Region, stammen doch Teile des Kellergewölbes aus dem 9. Jahrhundert und sind damit über 1.000 Jahre alt (!). Jahrhun- dertelang war das mitten in Enkirch liegende Gut im Besitz der Familie Immich und genoss einen hervorragenden Ruf. In den 1980er-Jahren aber wurde es zunehmend still um den Betrieb, der dann 1989 verkauft wurde.

Der neue Besitzer ging daran, den Weinstil dem Geschmack der Zeit entsprechend zu modernisieren, was aber zu einer Verschlimmbesserung der Qualität führte und schließlich auch

ökonomisch ohne Fortüne blieb. 2007 ging der Besitzer bank- rott und ließ das Weingut mit ramponiertem Ruf zurück.

Eine wahre Renaissance

Gut 20 Jahre lang war also der Betrieb vom Radar der Mosel- Qualitätsweine so gut wie verschwunden gewesen. Doch seit der Neuübernahme 2009 erlebt Immich-Batterieberg eine wahre Renaissance.

Unter den neuen Eigentümern, den Hamburger Familien Au- erbach und Probst, deren vorrangiges Ziel es ganz offensichtlich nicht ist, schnell viel Geld mit Mosel-Steillagen-Weinen zu verdienen, gelang es dem verantwortlichen Betriebsleiter Gernot Kollmann, das enorme Potenzial der Weinberge wieder auszu- schöpfen und das 5-ha-Weingut erneut an der Qualitätsspitze der Mosel zu etablieren.

Wichtiger als eine schnelle Rendite sind allen Beteiligten die

Wiederbelebung höchster Weinqualität und die Erhaltung aufwendig zu bewirtschaftender Lagen: Weinbau nicht nur als Wirtschafts-, sondern mindestens ebenso so sehr als Natur- und Kulturprojekt.

Vom Weinberg bis zum Keller: alles im Griff

Wir treffen Gernot Kollmann mitten in der Lesezeit an, ent- sprechend betriebsam geht es auf dem Enkircher Weingut zu. Als wir eintreffen, springt der Betriebsleiter in Arbeitskleidung und Gummistiefeln vom Stapler und gibt uns zur Begrüßung die vom Traubensaft klebrige Hand.

Kollmann ist umgänglich, unkompliziert, im wahrsten Sinn des Wortes ständig präsent, wohnt er doch sogar auf dem Weingut. Er scheint überall gleichzeitig zu sein – Keller, Büro, Weinberg – gibt per Handy und Zuruf seinen Mitarbeitern Anweisungen, trifft binnen Sekunden kellertechnische Entscheidungen, die

Auswirkungen auf Jahre hinaus haben können. Kein Zweifel: Der Mann hat alles im Griff.
Schon seit seiner Jugend interessierte sich Kollmann für Wein und befasste sich intensiv mit der Materie, bis er Anfang der 1990er-Jahre beschloss, sein Hobby zum Beruf zu machen.

Er absolvierte eine Winzerlehre bei Dr. Loosen in Bernkastel an der Mosel, studierte Weinbetriebswirtschaft in Heilbronn und war dann auf mehreren Weingütern tätig: Fürstlich Castell’sches Domänenamt, Bischöfliche Weingüter Trier, van Volxem an der Saar. Seit 2004 betreute er verschiedene Weinbaubetriebe als freiberuflicher Berater, seit dem Jahrgang 2009 ist Kollmann für die Weine von Immich-Batterieberg verantwortlich.

Die Mosel kann auch trocken!

Der Winzer zeigt mit den Rieslingen von Immich-Batterieberg klar und deutlich: Die Mosel kann auch trocken! Er setzt auf einen trockenen, klaren, reintönigen Ausbau der Weine, fokussiert und pur. Kollmann ist „ … froh um jede botrytis- freie Traube.“ Süße, Üppigkeit und opulente Fruchtigkeit sind nicht sein Stil. Immich ist eines der wenigen Weingüter an der Mosel, die ihre Rieslinge derart trocken ausbauen. Gernot Kollmann: „Wir haben 2009 einen kompletten Neustart des Weinguts hingelegt und waren daher frei und unbelastet. Wir haben uns entschieden, wieder zum traditionellen, trockeneren Stil zurückzukehren, den es hier an der Mosel auch schon vor dem fruchtig-edelsüßen Stil gab, der aber zwischenzeitlich fast in Vergessenheit geraten war.“

Moselweine dieses trockenen Stils sind nicht nur hervorragende Speisenbegleiter, sondern offenbar auch international begehrt: Immichs Exportquote liegt bei rund 70 %.

Naturnahe Weinproduktion

Auch im Weinberg und im Keller geht Kollmann zurück zu den Wurzeln: Er betreibt eine naturnahe Weinproduktion, arbeitet

biologisch, ohne Kunstdünger und chemisch-synthetische Fungizide und Herbizide. Rebschnitt und Lese in Handarbeit sind – auch in Anbetracht der Steillagen – selbstverständlich. Die Trauben werden nur sanft gequetscht und haben etwa zwölf Stunden Maischekontakt, wobei viele Aromen aus der Schale extrahiert werden.

Der Fasskeller ist in einem uraltem Gewölbe mit teils frei lie- gendem Schiefergestein untergebracht. Die Weine werden mit Naturhefen spontan und langsam vergoren – hauptsächlich in kleinen, gebrauchen Holzfässern, in denen sie dann etwa zehn bis elf Monate auf der Vollhefe liegen und reifen. Auf Reinzucht- hefen, Enzyme, Klärung, Stabilisatoren und Chaptalisierung wird vollständig verzichtet. Geschwefelt wird der Wein so wenig wie möglich – und nur kurz vor der Flaschenfüllung.

Diese naturnahe, schonende und handwerkliche Arbeitsweise prägt den Stil der Immich-Weine ebenso wie die Schieferböden.

Folgerichtig sind die Rieslinge Gernot Kollmanns ausdrucks- stark, tiefgründig, tendenziell kraftvoll, sie haben Ecken und Kanten, sind pur, ungeschminkt, gleichzeitig harmonisch, mit reifer, moderater, gut eingebundener und gepufferter Säure, aus- geprägter Struktur, langem Reifepotenzial, wenig Alkohol und viel Eleganz. Und: Sie halten sich – auch dank der biologischen Produktion – angebrochen mehrere Tage im Kühlschrank. Was wahrscheinlich selten notwendig sein wird …

Aus dem Berg gesprengt

Prägend für Geschichte und Entwicklung des Weingutes war von 1425 bis 1989 die Familie Immich. So trägt der beliebte Einstiegs-Riesling C.A.I. die Initialen des früheren Besitzers Carl August Immich, eine Hommage an die glanzvolle Vergan- genheit und gleichzeitig ein Fingerzeig in die Zukunft.

Auf die Immichs geht auch die wohl bekannteste und namens- gebende Lage des Weinguts zurück: Der Batterieberg wurde

zwischen 1841 und 1845 mit Hilfe unzähliger Sprengbatterien – daher der Name – von großen Felsen befreit und zu einer Spitzenlage an der Mosel umgestaltet. Und das an einer Stelle, an der vorher Weinbau gar nicht möglich war!

Der Batterieberg, eine 1,1 ha große Parzelle ausschließlich im Besitz des Weinguts, bildet mit den anderen historischen Top-Lagen Ellergrub (Kollmann: „Mein Lieblings-Weinberg“), Zeppwingert, Steffensberg und Zollturm das Herz des Weinguts: allesamt extreme Schiefer-Steillagen der höchsten Qualitätsklasse.

Spätstarter, aber Marathonläufer

Die Weine aus diesen hervorragenden Weingärten – vergleichbar mit französischen Grand Crus – zeigen enormes Alterungs- potenzial und spiegeln die besondere Qualität der Enkircher Schiefersteillagen mit ihren alten Rebstöcken und niedrigen Erträgen auf das Beste wider.

Diese Lagenweine sind etwas erklärungsbedürftig und nicht immer einfach. Sie sollten nicht zu früh getrunken werden. Betriebsleiter Gernot Kollmann: „Diese Weine sind Spätstarter, dann aber Marathonläufer.“

Es sind definitiv keine „Kiss me quick“-Weine. Sie brauchen Zeit, um sich zu entwickeln, zuerst in der Flasche, dann im Glas. Sie werden mit den Jahren immer besser und es lohnt sich, sich mit diesen Weinen auseinanderzusetzen, sich ihnen in Ruhe zu widmen: „Dies sind … Weine, an denen sich die Geister scheiden: Man muss sich auf sie einlassen, dann öffnet sich ein großer Facettenreichtum.“ (Gault & Millau Weinguide Deutschland 2016)

Engel und Kanonen

Ebenso bemerkenswert wie die Weine sind die Etiketten von Immich-Batterieberg. Sie kombinieren traditionelle Stilelemente – zwei Engelchen feuern eine „Weinkanone“ ab – mit moder- nem graphischen Design: sichtbarer Ausdruck der Bestrebung, Altes, Bewährtes mit Neuem, Zeitgemäßem zu verbinden.

Wie schrieb doch die Online Review „Mosel Fine Wines“ – auch angesichts der felsigen Steillagen von Immich-Batterieberg so passend: „All in all, the estate rocks.“

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